Das "Spiel" das wir Verantwortung nennen!


Als kleines Mädchen, da liebte ich Ballspiele. Abschießen, Völkerball, Volleyball - dabei ging es immer um Gewinner und Verlierer. Heute mag ich solche Spiele nicht mehr, vor allem dann nicht, wenn es um die Übernahme von Verantwortung, von Eigenverantwortung geht. Ich verfolge Greta Thunbergs Wirken, lese dazu die Pros und Kontras, spüre wie in mir manchmal ohnmächtige Wut aufsteigen will, und wie auch ich versucht bin für eine Seite Stellung zu beziehen. Aber nur solange, bis mein wahres Ich wieder Oberhand gewonnen hat, die neutrale, nicht wertende Seele in mir, die sich alles von einem übergeordneteren Blickwinkel aus ansieht, und auf die Ängste aller Pros und Contras sieht, und auch um zu erkennen, dass sich hier, wie zu Kindertagen, zwei Mannschaften gegenüber stehen, und beide nur ein Ziel haben - zu gewinnen! Aber auf welche Kosten, frage ich mich da? In Kindertagen ging es um nichts, außer vielleicht um Ehre oder Stolz, wenn man gewonnen oder verloren hat. Wobei zu verlieren sich nie gut anfühlt, damals nicht, und heute für viele Menschen wahrscheinlich auch nicht. Jeder will Recht haben in dem was er sagt und tut, niemand will auch nur einen Grad von seiner Meinung abrücken, denn das käme einem Verlieren, einer Schwäche gleich. Dabei ist ein Eingeständnis für mich niemals eine Schwäche, sondern eine immense Stärke, weil man sich seiner Schatten bewusst wird, und sie nicht länger von sich weist. Kommen wir aber zurück zu Greta und ihren Befürwortern und Gegnern. Vor lauter Schuldwegweisung von einer Generation zur anderen ( du bist schuld am Klimadesaster - Nein du bist schuld am Klimadesaster) vergisst man dabei eines gerne, nämlich das es hier nicht um die Schuldfrage geht, sondern darum, was wir alle tun können - JETZT! Denn ich wage zu behaupten, dass jeder in seiner Generation immer das getan hat, was er zu diesem Wissens- und Gewissensstand tun konnte. Das ist wie mit der Elternschaft - wir Eltern lieben unsere Kinder immer und zu jeder Zeit, aber wir tun nicht immer und zu jeder Zeit das Richtige, was nicht bedeutet, das wir es aus Boshaftigkeit tun, sondern nur, weil wir es noch nicht besser wissen. Und so ist es auch mit unserer Welt. Ich denke jeder von uns liebt diese Welt, jedem von uns ist sie wichtig, und jeder tut das, was er für sich denkt, dass es das Beste ist zu tun. Warum also hören wir nicht auf als Pro und Contra die Bälle hin und her zu spielen, und werden endlich einmal zu einer Mannschaft, zu einem Team, das Team das sich EIGENVERANTWORTUNG nennt, und nicht das Team, das noch nicht verstanden hat den Ball anzunehmen, wenn er einem zugespielt wird, egal wie hart mancher Gegner dies auch tut. Weil ICH weiß, dass ICH das Beste für die Umwelt tue, was ich tun kann, fühle ich mich nicht von einer 16 Jährigen angegriffen, weil ich weiß, das ich JETZT noch mehr Verantwortung übernehmen kann, weil ich HEUTE mehr weiß, als ich GESTERN noch wusste, und dieses Wissen setze ich ein - zu meinem allerhöchsten, göttlichen Wohl, und zum Wohle aller. Ohne Pro und ohne Contra!

Bildquelle: Gartenrose von MK2019

6 Ansichten