Die Frau die erschrak, als sich die Erde öffnete...und sie nicht verschlang!

Ich gebe zu, ein recht ungewöhnlicher Titel, das werden sich bestimmt diejenigen unter euch denken, die mich und meinen Stil bereits kennen.

Worum es hierbei geht, sind Erkenntnisse, und die schmerzen zuweilen, auch wenn sie unendlich heilsam sind.

Auch ich bin davon nicht gefeit, auch wenn ich als sich hochreflektierendes, spirituelles Seelchen einen recht guten und heilsamen Weg beschreite.

Aber was bedeutet denn Heilung? In Heilung kann ja nur kommen, was zuvor "kaputt" oder krank war. Und manchmal sieht man "das Kranke" nicht, weil es ganz, ganz tief unten, in den tiefsten Katakomben begraben liegt. Nur irgendwann, und das ist gewiss, irgendwann bricht es aus den unendlichen Tiefen des Seins hervor, wie eine Magmaflut aus einem Vulkankrater. Auch da brodelte es schon einige Zeit vorher, kein Vulkan bricht ohne Vorwarnung aus. Nur, dass wir eben unsren Seelenvulkan nicht so deuten können, wie er es uns schon lange zuvor wissen lassen möchte.

Und dann stehen wir da, völlig perplex, überfahren und übermannt von Gefühlen die einem "plötzlich" überrollen, weil man etwas erkennen durfte. Etwas, dass im Trüben lag und nun ganz klar und brennend wie Lava über uns kommt. Oft ist es nur ein Satz der sich durch eine ganz banale Situation ins Bewusstsein drängt und du spürst den Schmerz, diesen unsagbaren Schmerz deines Lebens, den, den du solange verdrängt hast, der aber dein Leben aus der Tiefe mitbestimmt hat, und es war dir nicht einmal bewusst.

Du hast keinen Platz in diesem Leben, war mein Satz und ich begann über diesen Satz nachzuweinen - ja denken kann man dazu nicht sagen, denn eine Flut von Tränen schwemmte die Gedanken dazu mit heraus.

Ja, ich war ein ungewolltes Kind, ein kleiner Kuckuck, aber meine Seele, sie hatte den Auftrag, sie wollte in dieses Leben, in dem kein Platz für dieses kleine Menschlein war.

Doch das hielt mich nicht davon ab geboren zu werden und einfach da zu sein. Und da endete meine Geschichte auch schon, denn mehr war es auch nicht, als ein da sein, denn in Wahrheit, und das war die Erkenntnis, wollte ich in dem Moment schon kein Platzhalter mehr sein, indem Moment, da mich meine Mutter nicht mehr haben wollte. Aber ich tat halt so als ob, ich nahm aber bis heute meinen Platz nie wirklich ein. Ich war da, aus, fertig, ich wollte es nicht, aber es war halt nunmal so.

Und als diese Erkenntnis über mich kam, mich überflutete und mich mit meinen Emotionen auf die Knie zwang, in die Position des kleinen Kindes, da ließ ich diesen Schmerz zu und hoffte, dass sich genau jetzt die Erde auftun möge und mich verschlang. Jedoch es geschah nicht, egal wie schmerzlich ich flehte und weinte und bekannte, dass ich in Wahrheit gar nicht hier sein wolle, der Boden unter mir blieb gnadenlos geschlossen. Meine Tränen benetzten diesen harten, "gnadenlosen" Boden der mich nicht aufnehmen wollte, und irgendwann da schummelte sich ganz zart ein weiterer Satz in meine Gedankenwelt:

Nimm deinen Platz in der Welt ein, fordere ihn ein!

Und ich atmete scharf ein und eine kraftvolle Woge durchströmte meinen Körper. Ja, ich nehme meinen Platz hier auf Erden ein, denn ich habe das Recht hier zu sein. Ich muss nicht zu Gunsten von irgend jemand zurück stehen, bei was auch immer. Ich fordere meinen Platz ein, denn es ist mein Recht, mein Geburtsrecht - und wenn sich in Zukunft die Erde auftun will, dann nur, damit ich einen Samen einpflanzen kann, um etwas Schönes daraus erwachsen zu lassen.


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