Im Land der unerfüllten Erwartungen, des falschen Stolzes und Energievampiren

Ich weiß, ich bin nicht immer ein bequemer Mensch, denn ehrliches Hinstupsen auf die ureigenen Schatten oder veralteten Glaubensmuster und Konstrukte ist nicht immer schön.

Ich bin wie jeder von uns, ein Spiegel, und wie Robert Betz so schön sagte, auch sehr oft ein Arschengel. Jene Engel die uns geschickt werden, um uns auf beinharte, absolut ehrliche Art und Weise unser Selbst aufzuzeigen und aufzublättern, ein Arsch eben, der uns das zeigt, was wir so gar nicht sehen mögen.

Ja, ich bin ein Mensch der die Dinge beim Namen nennt und nicht gerne um den heißen Brei redet, auch wenn mein Auftrag Licht und Liebe heißt!

So habe ich die "Schattenseite" meiner Berufung auch angenommen, wenn auch erst nicht freiwillig - als Projektionsfläche und Provokationsfläche zu dienen. Und so darf sie heute einmal mehr zum Vorschein kommen - Spot on...


Verstärkt erlebe ich in den letzten Wochen in meiner täglichen Berufspraxis, dass die Rolle des "Erwartungsschafes", das in gewisser Weise eigentlich eine Rolle des Opfers ist, in den Vordergrund rückt. Aber nicht um bewertet und abgewertet zu werden, sondern um gesehen, erkannt und anerkannt zu werden. Jaaaa, das Leben ist nicht immer angenehm, aber Obacht, es ist DEIN Leben, das was DU dir kreiert hast. DU hast zu all den Dingen, die, die dir jetzt nicht schmecken JA gesagt, DU hast Entscheidungen getroffen, die dich heute hier harren lassen.

Natürlich ist es einfacher zu sagen der Andere ist schuld, wer auch immer mit "dem Anderen" gemeint ist, oder "ich muss verflucht sein, weil ich nur Pech habe". So unangenehm und schmerzlich deine Erfahrungen auch sind, so "bequem" machst du es dir, sie nach Außen abzugeben.


Der Archetyp des Vampirs, der Energievampir

Seufzend saß mir die Frau gegenüber, die Schultern hängend, der Kopf gesenkt. Selbst ein Blinder hätte "gesehen", dass hier nicht heiteres Seelenbaumeln angesagt ist. Doch auf die Nachfrage, ob denn alles in Ordnung sei, antwortete sie nur mit gedämpfter Stimme:"Ach ja, es ist alles gut!"

Offensichtlich hatte mich die Frau angelogen, und Ja, es ist eine Lüge, auch wenn man Tatsachen einfach nur "hinterm Berg" hält und beschönigt. Heute, in dieser Zeit, zu diesen Energieströmungen meine Lieben, da bleibt nichts mehr "hinterm Berg". Ok, vielleicht die 7 Zwerge, aber das war´s dann auch schon, denn wie gesagt, selbst ein Blinder hätte gesehen, dass es dieser Frau, warum auch immer, gerade nicht gut geht.

Ich bin heute aber auch soweit, diese so gesagten Dingen auch genauso im Raum stehen zu lassen. Vor allem, wenn man mich kennt und um meine Hilfsbereitschaft weiß. Ich helfe jedem und das bedingungslos und auch gerne, aber ich helfe nicht mehr ungefragt oder ungebeten, denn diese oft ungebetene Hilfe, kommt nie so an, wie sie hätte ankommen können, weil ich dem Menschen dem ich voller Liebe helfen will, ein Stück seiner Eigenverantwortung raube.

In dem oben genannten Beispiel, raubt diese Frau nur meine Energie, in der Erwartung ich tröste sie, oder helfe ihr aus ihrem Dilemma, und das auch noch ohne um Hilfe bitten zu müssen.

Schon Jesus sagte: Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, empfängt, und wer da sucht, findet, und wer da anklopft, denen wird aufgetan."

Lernen wir doch einfach das mal auch zu leben, aber wir in unserem Feuereifer immer der/die Beste sein zu wollen, und wir wollen ja niemandes Arschengel sein, wir greifen gleich nach dem ersten Seufzen unseres Gegenübers ein, parken das Opfer auf unseren Schenkeln und wiegen sie in ihrem Dilemma. Vielleicht bestätigen wir diesen Menschen sogar noch in der Annahme, dass "die Anderen" da draußen die Bösen sind, und sie ihr Karma noch wie der Blitz der Vergeltung treffen wird. Oh was für eine schöne Sühnesuppe da doch gebraut wird.

Ja, dieser Person geht es nach solch einem ungefragten Zuspruch bestimmt besser, kurzfristig, bis, na vielleicht bis übermorgen, bis ihr derselbe Lernaspekt wieder vor den Latz geknallt wird, vielleicht wieder von derselben Person, oder einer ähnlichen Situation, und sie wird dir wieder seufzend, mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf gegenüber sitzen, dir deine Energie abverlangen, die du bereitwillig gibst, weil du noch nicht gelernt hast, dass deine Energie hier verpufft. Dieses Spiel spielt ihr, bis einer von euch Beiden seine Lektion gelernt hat. Du, dass deine Energiereserven nicht unendlich sind, oder dein Gegenüber, dass sie festsitzt in einer Situation die sie so alleine nicht bewältigen kann, und wo es gut wäre, sich Hilfe zu holen, um Hilfe zu bitten. Bitte, so wird dir gegeben.


Erwarte nichts mehr von mir, aber erhoffe alles von dir!

Wie oft hörte und zerlegte ich selbst das Wort Ent-Täuschung, das Ende einer Täuschung, und auch hier verfolge ich den Faden zurück zu mir, denn dieses Ende ist das Ende der Selbsttäuschung.

Wir erwarten soviel von den Menschen um uns, egal ob es nun unsere Partner, unsere Kinder, oder unsere Arbeitskollegen und Freunde, ohne auch nur ein Wort davon zu sagen, WAS wir uns eigentlich von ihnen erwarten. Und wir verlangen dann auch noch, dass sie erahnen, oder erriechen, was wir uns von ihnen erwarten. Liebe Miterdlinge, ich ent-täusche euch nur ungern, aber das Leben ist nicht als Rätselrally geplant worden, wir dürfen, ja müssen in dem Fall, schon sagen was wir möchten/brauchen. Und das ohne falsche Scham, oder falschen Stolz.

Hast du schon länger nichts von einem Freund gehört und möchtest das aber? Dann warte nicht darauf, das er sich meldet, sondern tue DU es, weil DU es jetzt ja auch möchtest. Du kennst nicht seine oder ihre Hintergründe, warum sie sich nicht melden, aber in den allermeisten Fällen zieht man es sich auf sich. Undankbar dieser Freund, dass er nicht mal eine Minute für mich erübrigen kann, pfft, geht dann gleich das Menschenkind in die Wertung. Anstatt das zu tun, was am nahe liegendsten ist, den Freund zu kontaktieren und ihm zu sagen: "Ich habe schon lange nichts mehr von dir gehört, ich melde mich jetzt, weil ich dich vermisst habe",

Ohne Wertung, ohne Vorwurf, das was wirklich ist. Und ich garantiere, der Freund wird sich sehr darüber freuen.

Erwarte nicht, dass dich andere bedauern, oder sehen das es dir gut geht. Nicht weil sie so abgebrüht sind, vielleicht schon, weil ihr nicht so ein gutes Verhältnis zueinander habt, aber ganz ehrlich, magst du von jemanden getröstet oder bedauert werden, der dich nicht mag? Ich ziehe es dann vor, diesen Menschen tunlichst nicht in meinem Dunstkreis zu haben, ich lasse ihn so sein, aber außerhalb von meinem Selbst.

Willst du, dass man dich tröstet, dann sage es - bitte und dir wird gegeben. Und Ja, so ist unsere Welt, auch das heißt Eigenverantwortung. Ich höre schon die Gegenargumentierer:" Ja, aber ganz ehrlich, das kann´s ja nicht sein, ich muss ja nicht alles immer sagen, das sieht man doch. Was ist denn das für eine Welt, in der man sowas nicht mehr sieht."

Es ist DEINE Welt, ganz ehrlich, denn in meiner Welt, kann ich ohne Scham und Zurückhaltung zu meinen Lieblingsmenschen gehen und sie bitten mich in den Arm zu nehmen, sie müssen es nicht erahnen. Ich kann offen über meine Ängste, Befürchtungen und Emotionen sprechen, ohne Bedenken haben zu müssen, eine "schlechtere Note" für mich zu bekommen.

Empathie bedeutet nicht mit zu leiden, ja, man kann mitfühlen, und man kann Angebote machen: "Du weißt wo und wie du mich findest, wenn du mich brauchst"

Diesen Satz spreche ich 1x aus, und er kommt aus der Tiefe meines Herzens, aber ich dränge mich nicht auf, nicht weil ich es nicht könnte, oder wegen irgend welcher Bedenken, sondern weil ich meinem Gegenüber vertraue. Ich vertraue, dass diese Person die Hilfe annimmt, die ich ihm angeboten habe, und Vertrauen ist für mich einer der Grundpfeiler in jeder Beziehung. Ich traue es dir zu - ich traue dir, traust du dir? Eigenermächtigung! Macht! Komme in deine Macht und steige aus deiner Ohnmacht aus.

Oh das Thema Macht, ein ganz eigenes Thema, denn wir alle haben Angst in unsere Macht zu kommen, weil dieses Wort negativ besetzt wurde. Vielleicht mache ich dazu einmal einen eigenen Post.


Stolz und vorurteilsfrei

Stolz ist eine Eigenschaft, die man wahrscheinlich nicht gerne sein Eigen nennt. Wir sind es gewohnt unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Bläh dich nicht so auf, sei bescheiden, sei ruhig, sei brav, wer kennt sie nicht die "wohlgemeinten" Ermahnungen unserer Eltern, die es erst gar nicht zuließen, dass wir so etwas ähnliches wie stolz auf das was man vollbracht hat, oder so wie man ist, aufbringen konnte. Dies soll jetzt keine Abwertung unserer Eltern sein, nur ein aufzeigen. Viele von uns haben deswegen ihre Kinder zu selbstbewussten, sich ihrer Selbst bewussten Kinder heran geführt. Und das tragen sie gerne als Schild vor sich, sich dessen oft gar nicht bewusst, dass sie das aber auch nur können, weil wir, ihre Eltern ihnen das ermöglicht haben. Weil wir, ihre Eltern aus dem alten Muster des "sei sittsam und still" ausgebrochen sind und unsere Kinder unterstützt und bestärkt haben das zu tun, was sie tun möchten. Und so haben wir vor allem im Bereich der Ausbildung eine Rige an Akademikern und Semi Akademikern heran gezogen, die bestimmt im Beruf erfolgreich sein werden, die wissen was sie wollen, und wahrscheinlich auch was sie können, aber denen wir einmal mehr sagen müssen, was WIR brauchen, weil sie es noch viel weniger sehen und auch spüren können.

Seid stolz auf das was ihr erreicht habt, ja klopft euch auf die Schultern, aber tretet nicht auf die herab, die diese Unterstützung und Förderung nicht hatten. Schaut ihr akademisch Gebildeten nicht auf jene herab, die "nur" eine Lehre gemacht haben, oder gar "nur" die Hauptschule besucht haben, denn es sind die, die euren Müll entsorgen und euer Brot backen. Es sind die, die das goldene Handwerk noch erlernen wollten, von dem ihr nur auf Wikipedia lest. Und auch ihr, die ihr mit euren Händen Wunderbares erschafft, seid stolz auf euch und neidet es nicht denen, die diese Gabe der Hände nicht hatten, und ihren Kopf dafür nicht schonten. Schimpft nicht auf sie, und würdigt sie herab. Nein, ich möchte und werde niemanden abwerten, seid stolz, denn ihr seid genial, ihr seid unsere Zukunft, eine Zukunft die wir mit euch gestalten und erschaffen, aber bleibt bei all eurem Wissen und eurem Selbstbewusstsein auch eines, vorurteilsfrei, zwar stolz, aber vorurteilsfrei!







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