Liebe ist....auch meine phantasievolle Liebe zum geschriebenen Wort

Heute, am 14. Februar 2020 dreht sich alles um die Liebe, und klarerweise wollte ich in meinem Blog die Liebe zum Thema machen. Aber warum "immer nur" die Liebe zu Menschen, Tieren, Objekten zum Thema machen? Warum nicht einmal die Liebe zum eigentlichen Wort zum Thema machen? Meine Liebe ist das Wort, das Gesprochene, wie auch das Geschriebene. Das was mir einst als Makel zugeschrieben wurde, ist heute meine größte Gabe - ich erreiche die Menschen mit meinen Worten. Ich jongliere mit ihnen, wie ein Artist seine Kegel und Kugeln - mal spannend, mal hart treffend, mal liebevoll begleitend. Meine Reise der Wörter begann vor vielen Jahren in einem Multiplayer Onlinegame namens Rennaissance Königreiche (RK) wo viele Menschen zusammen eine Geschichte erzählen. Jeder von diesen Mitspielern schlüpfte in eine Rolle, wie ein Schauspieler, nur dass unsere Rollen alleine aus Bits und Bites bestanden und unsere Emotionen nur durch unsere schriftlichen Worte ihren Raum fanden. Ich liebte dieses Spiel, wo ich soviel wertvolles für mein Leben fand - meinen Mann, und mein Talent zum schreiben, meine Liebe zu den Worten.

Lustigerweise fand ich gerade heute ein solches Schriftwerk von mir, dass ich nun gerne mit euch teilen möchte.

Nur eine kurze Einführung, damit ihr auch versteht worum es geht: Hannah und Vren sind Zwillingsgeschwister und leben im 15. Jahrhundert. Deswegen ist die Sprache auch etwas blümerig. Sie haben sich gestritten und Hannah, die ich spielte, hat das Familienanwesen in einer Nacht und Nebel Aktion verlassen, um ihre vermeintlich große Liebe zu ehelichen, auch ohne den Segen und Schutz der adeligen Familie.


Das Gefühl braucht Opposition. Wenn man schon aus Liebe heiratet, sollte wenigstens die Familie dagegen sein!

Und wie sie das war. Das wusste die winzige Frau. Und dennoch, sie wagte sich erneut in die Höhle der Löwin. Abends, als kein Licht mehr ihren Weg beschien und der frisch gefallene Schnee ihre Schritte schluckte. Selbst die Türe knarzte heute nicht, als sie diese öffnete und vorsichtig ihren Kopf hinein steckte. Die Luft war rein- sozusagen. Denn aus der Wohnstube hörte sie das Lachen der Kinder. Sachte schob sie sich zur Gänze durch die Türe und schloss sie leise, sehr leise, schlupfte aus ihren Stiefeln und schlich wie ein Tagedieb hoch in ihr einstiges Zimmer.

So wie sie es vor wenigen Tagen verlassen hatte war es. Zumindest das was sie bislang im dustren Zimmer erkennen konnte. Irgendwo musste doch der Kandelaber....klirrrr....scheppernd fiel der Kerzenständer um als sie, tolpatschig wie sie nunmal war, dagegen stieß. Und die Stiefel in ihrer Hand folgten ihm polternd. Kawumm, all das anschleichen, war es nun für die Katz´?

Mit angehaltenem Atem lauschte sie, und ei der Daus, wie sollte es anders sein, da öffnete sich die Türe zu ihrer Kammer und als Erstes erschien Ernestines Konterfei, die die Bälger noch zurück hielt. Ein Blick der Amme, der Vrens Ebenbild mehr sagte, als 1000 Worte, trieb ihr die Schamesröte ins Gesicht. Sie wollte sich schon erklären, als die Jüngste der Gravensteenschen Bande ihren Kopf an Ernestines Seite vorbei schob. Ein Grinsen, kindliches Geplapper und ausgestreckte Ärmchen machten es wohl auch der Amme unmöglich die Abtrünnige weiter mit vorwurfsvollen Blicken zu bedenken.

Während sich nun alle 3 Bälger in das dunkle Zimmer wagten um die heißgeliebte Tante zu begrüßen, tat Ernestine, was eigentlich Hannah zuvor tun wollte. Sie richtete den Leuchter auf, steckte die Kerzen wieder auf und entzündete eine nach der anderen.

Hannah küsste und herzte derweil die Rasselbande. Himmel, sie liebte diese Bälger. Einer der Gründe, warum ihr das Fortgehen so unendlich schwer gefallen war.

"Lasst ihr mich einen Augenblick alleine mit Ernestine?"

Die Frage war wohl überflüssig, denn vor allem die Mädchen Maria Squart und die kleine Kara Ray hingen an ihr wie Kletten und machten keine Anstalten sich von ihr zu lösen.

"Ich komme und bringe euch dann auch zu Bett, versprochen."

Nur mit Mühen schaffte sie es die Kleinen mit Luca nach unten zu schicken.

"Ich wollte mich ned so herein stehlen um etwas Unrechtes zu tun", fing sie dann sogleich das Gespräch an.

"Nur den Kindern wollte ich einen erneuten Abschied ersparen."

Ernestine sah sie nur an. Lange erst, ohne ein Wort zu sagen.

"Und warum bist du gekommen?", fragte sie endlich nach.

"Ich heirate morgen", kam´s leise von Hannah, "und ich wollte doch...das Kleid...",, sie deutete auf die Truhe, wo sie ihr schönstes Kleid verwahrte.

Warum zum Teufel wollten sich schon wieder Tränen anbahnen? Genervt kniff sie sich in den Handrücken.

"Du machst einen Fehler." Das erste Mal das Vrens Vertraute Stellung bezog. Und sie machte keinen Hehl daraus, dass sie wirklich meinte was sie sagte.


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