Lustiges Symbolewürfeln

Die Zeiten ändern sich und das ist gut so. Jeder kann und darf das was ihn interessiert über die verschiedenen Netzwerke ins Orbit schicken. Ich liebe diese Freiheit sein Wissen und seine Wahrheit über das Orbit zu verteilen. Aber, und hier kommt das große Aber - es wird halt auch viel Halbwissen oder "ich glaube zu wissen, weil ich das mal wo gehört/gelesen habe" verbreitet, was es nicht unbedingt richtiger macht und vor allem kann so ein Halbwahrheitenmus auch ganz schön schnell nach hinten los gehen.

So stolpere ich in letzter Zeit "zufällig" (ihr wisst ja, ich glaube nicht an Zufälle) immer wieder über Symbolschmuck und Symbole und dessen Beschreibung.

Ich muss gestehen, ich habe mir bislang auch keinen großen Kopf darum gemacht, einfach, weil Symbole, also so empirisch bedeutende keine allzu große Rolle in meinem Leben spielten - so meinte ich.

Angestachelt von immer wiederkehrenden falschen Bezeichnungen diverser Symbole und den Drang der Anbieter diese an "den Mann" zu bringen, erwachte mein Forschergeist, und ich recherchierte die Sprache der Symbole und deren Bedeutung.


Zu jeder Zeit und in jeder Kultur gab es ihre Symbolsprache. In Wahrheit ist es die älteste Ausdrucksform unseres Seins. Selbst Analphabeten verstehen die Aussagekraft eines Symboles. Jeder der ein Stoppschild sieht, diese achteckige, rote Tafel, weiß überall auf der Welt, dass es hier gilt anzuhalten. Obacht, hier geht es nicht weiter, oder nur unter erschwerten Bedingungen, oder größerer Vorsicht. Missachtet man dieses Symbol, kann man mit Strafen oder Unglücken rechnen. Nur einem Schildbürger würde einfallen ein Stoppschild mit dem Symbolschild der Vorrangstraße zu umsäumen, weil sich diese beiden Symbolschilder völlig voneinander unterscheiden, und sich gegenseitig aushebeln.

Jeder vernunftbegabte Mensch würde entweder lachen ob so eines Schildbürgerstreiches, oder aber verwirrt sein, würde ihm solch eines plötzlich an einer Straßenkreuzung erscheinen. Wohin soll ich mich wenden, welches Zeichen ist nun das Wahre, das Richtige? An welches soll ich mich halten, um unbeschadet meinen Weg fortzusetzen?

Erkennt ihr das Dilemma?

Ok sagt ihr, so etwas würde ja niemand tun, denn man weiß ja, dass man eine Tafel für die Vorrangstraße nicht an eine Stopptafel pinnt, macht ja auch keinen Sinn....meint ihr!

Ich sehe das esoterische Parkett da draußen gepflastert mit derlei irrsinnigen Vereinigungen!


Wie schon zuvor erwähnt, gab es zu allen Zeiten und in allen Kulturen ihre Symbole und die Symbolsprache. Jene Sprache, die das Ego vielleicht nicht ganz zu entschlüsseln und verstehen mag, aber die Seele, und die innere Weisheit wohl.

Die Ägypter hatten ihre machtvollen Symbole ebenso wie die Indianer, die Kelten, die Griechen, Römer, Perser, Wikinger, Germanen, dem mittelalterlichen Vorfahren und und und. Und jede einzelne Symbolik in Form von geometrischen Figuren, geschnitzten Zeichen uvm hatte ihre spezielle Bedeutung und Berechtigung dafür. Dank Hollywood (Ps: ich liebe viele Filme der Traumfabrik) und der esoterischen "Erwachungsbewegung" verloren sich aber die wahren Bedeutungen der einzelnen Symbole und vor allem was sie wo und wie ansprechen.

Meist wissen die Menschen ja noch nicht einmal die Namen der einzelnen Symbole. Da werden keltische Knoten mit Drudenfüßen verwurschtelt und von jenen die sie betrachten belobhudelt. Und wieder wird eine Unwissenheit weiter getragen, als modisches, esoterisches Accessoire zum Schutz und Kraft..... Schutz und Kraft wovor? Soll ich nun stoppen oder weiterfahren?


Symbole wirken! Man sieht es nicht, oft spürt man es noch nicht einmal. Das ist meistens so bei all den hilfreichen Dingen, die uns unsere Vorfahren hinterlassen haben. Es ist das empirische, archaische Wissen darum und es wäre unsere Verantwortung dieses Wissen nicht in Unwissenheit sterben zu lassen, sondern das man sich spezialisiert, wenn man sich auf dem Parkett der Symbole und ihrer Sprache bewegen will. Ich nenne mich nicht Expertin, auch wenn ich mir dank meiner neugierigen Nase die Mühe machte etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Man nennt dies im Übrigen Selbststudium, das kann man dank des Internets in Eigenverantwortung tun - zum eigenen Wohle und zum Wohle all jener, denen ich mein Wissen verkaufen will.


Wo aber wirkt ein Symbol und wie? Nicht was es bewirkt, denn das ist ganz einfach in gut recherchierten Büchern nachzulesen. Die Symbole entstanden, weil die Menschen den Himmel beobachteten und an bestimmten Zeiten wiederkehrendes fanden. So wiesen sie den Planeten und Sternen Symbole zu, die ihre Kraft oder ihren Widerstand symbolisieren sollten hier auf Erden. Ich will hier gar nicht so tief in diese Materie eindringen, denn das wäre ein Thema für einen ganzen Blog. Fakt ist, es gibt Symbole die wirken am Besten, wenn ihr Planet herrscht, und wirken sogar kontraproduktiv, wenn er nicht in seiner Kraft steht.

Deswegen sollte man Symbolschmuck nicht immer tragen, sondern nur zu den Zeiten, wo sein Schutz zB. am Besten wirkt, die Kraftübertragung etc.

Dies aber weiß der moderne und alles zu wissen glaubende Homo sapiens schon nicht mehr. Oder wer weiß heute noch, dass der Drudenfuß dem Jupiter und somit dem Donnerstag zugeordnet ist. Rückschließend würde man dann den Drudenfuß am Besten Donnerstags verwenden - ich gebe zu das ist eine kleinkindliche Milchmädchenrechnung und doch nicht von der Hand zu weisen.

Ich möchte mit diesem Beispiel nur verdeutlichen, wie achtlos wir mit diesem uralten Wissen umgehen.

Auch die Archetypen, die diese Amulette und Symbole ansprechen dürfen wir nicht außer Acht lassen. Und auch hier gäbe es soviel zu schreiben, dass dann niemand mehr diese Ausführungen hier weiter lesen möchte.


Jeder kann natürlich seinen Symbolen die Bedeutung beimessen, die er selbst ihm geben möchte, nur denke ich, dass sich keltische Knoten, Runen, Triskelen, Lebensbäume, Kreuze uvm. diese Banalisierung und Verbalhorung nicht verdient haben.

Darum meine Bitte ans Kollektiv: Schluss mit dem lustigen Symbolewürfeln!





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