Meine Seele, wo bist du?

Hast du dich das auch schon das ein oder andre Mal gefragt? Oder fühlt sich das Leben schwer an für dich? Wünschst du dir, du müsstest all das hier nicht (er)leben, ohne depressiv zu sein, oder Lebensmüde?

Was wenn ich dir sage, dass du mit diesem Gefühl nicht alleine auf Gottes weiter Flur stehst, wenn ich dir sage, dass auch mir dieses Gefühl nicht ganz fremd war?!


Ich war als Kind nicht wirklich erwünscht im Leben meiner Eltern, man bekam mich halt, weil....weil ICH es so wollte. Ich wollte genau in diese Familie, in diesen Teil der Welt, in dieses Leben mit diesen Erfahrungen hinein geboren werden. Niemand anderer, als die Menschen dieser Familie konnten mir soviel auf meinem Weg und für meine Lehre mitgeben, als genau diese Familie. Egal wie schmerzhaft etliche davon waren. Doch als meine Seele erkannte, was sie sich da aufgehalst hatte, war sie plötzlich nicht mehr so freudig erpicht darauf diesen Abenteuerspielplatz namens Leben, toll zu finden, und immer öfter geschah es, dass sie sich davon stahl, meine kleine Seele.

Wenn man so will, könnte man fast meinen sie hat mich im Stich gelassen, zumindest dieser Seelenanteil in mir, der all das was da so an schmerzlichen geschah, nicht mehr ertrug.

Mit dem Wissen von heute, hätte ich meinen "verlorenen" Seelenanteil wohl schon eher wieder in mir integriert, ihn "zurück geholt". Doch dass dies nicht geschah hatte auch seinen tieferen Sinn. Heute begreife ich diesen Sinn, im wahrsten Sinn des Wortes.

Denn bevor dies geschehen konnte, musste ich erst einmal ganz bewusst Raum einnehmen in diesem Leben. Ich durfte meinen Platz finden und ihn ausfüllen, erfüllen - ICH NEHME MEINEN RAUM EIN!

Ich kann euch gar nicht sagen was das für ein befreiendes Gefühl war, diese Erkenntnis, dass man in Wahrheit gar nicht hier sein möchte ( ich betone nochmal, ich war da nicht depressiv und auch nicht lebensmüde!)

Bei meinem Nahtoderlebnis habe ich mich ja ganz bewusst für das Hier und Jetzt entschieden, so dachte ich zumindest, denn ich kam ja auch mit einem klaren Auftrag im Gepäck wieder hier her zurück.

Umso härter traf mich dann erst einmal die Erkenntnis, als ich mich herzzerreißend weinend auf dem Boden wieder fand, und ich "die da oben" bat meine Entscheidung doch wieder rückgängig zu machen, weil ich in Wahrheit wieder nicht hier sein wollte. In dieser Schwere, in dieser Dichte und Kälte, in dem Unverständnis und den Egotrips der Menschen. Ich wollte das alles nun doch nicht mehr. Und dann, als nach dem Schmerz die Heilung mit dem Erkennen einsetzte, dass es nur an mir liegt wo ich leben möchte und vor allen Dingen wie, da spürte ich wie ich Ganz wurde, wie ich endlich nach so vielen Jahren ankam, im Hier und Jetzt. Und ich begann auch im Außen meinen Raum einzunehmen - privat bei mir zuhause, wo ich mir meine Räume und auch meine Freiräume gerade schaffe. Aber auch in meinem Lädchen, wo ich mein Eigentum in Besitz nehme, und auch hier vollends meinen Raum einnehme und alles aus diesem Raum gehen lasse, was meinen Raum einschränkt.

Und soll ich euch etwas sagen, es ist ein gutes Gefühl sich auszudehnen - im Innen wie im Außen. Also schau auch du, wo steckst du zuliebe anderer Menschen immer und immer wieder zurück? Wo hast du deinen Raum, deinen Freiraum? Wo ist deine Seele, wenn nicht mit dir?


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